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ZEHN MILLIARDEN
Die weltweite Pandemie bestimmt seit Monaten die Nachrichten und es zeigt sich wieder einmal, dass der Zustand der Welt nicht stabil ist. Die Weltbevölkerung nimmt weiterhin rasant zu, der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen – insofern bedarf das Thema einer permanenten Betrachtung.


ZEHN MILLIARDEN

Regenwald im Feuer

 

Berichte der letzten Jahre über zunehmende Waldvernichtung und verheerende Waldbrände in den tropischen Regenwäldern waren Auslöser /Ideengeber für die Arbeiten „Regenwald“.

Im Juni 2020 hat das brasilianische Weltrauminstitut (INPE) mehr als 2000 Feuer-Hotspots allein im brasilianischen Amazonas-Gebiet gemeldet. Die Brandrodungen belasten das Klima doppelt: Die Waldfläche geht zurück und das Feuer setzt Kohlendioxid frei. Indigenen Völkern wird die Lebensgrundlage/ Heimat genommen, Millionen Tier- und Pflanzenarten werden vernichtet.

Die Brände sind in den allermeisten Fällen menschengemacht. Sie werden gezielt gelegt, um abgeholzte Wälder als landwirtschaftliche Flächen vorzubereiten, vor allem für Rinderweiden und riesige Monokulturen für den Anbau von Futtersoja.

Glasverschmelzung, Mischtechnik, Floatglas, gewölbt


ZEHN MILLIARDEN
Tränen des Regenwaldes


Es gibt heute weltweit etwa 13 Millionen km² tropische Regenwälder.

Seit 1990 wurden etwa 810.000 km²  Primärwälder (vom Menschen weitgehend unberührte Wälder) gerodet.

2018 vernichteten Abholzungsmaßnahmen weltweit 36.000 km² Regenwald mit altem Baumbestand. (Waldbericht State of the World’s Forests, 2020 der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen - FAO).

36.000 km² – das sind 36 Milliarden m² – allein 2018.


ZEHN MILLIARDEN
Im Regenwald   

 

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind äußerst besorgt, dass sich der Amazonas einem sogenannten Kipppunkt nähert.
Wenn die derzeitige katastrophale Entwicklung nicht gestoppt und umgekehrt wird, wird der Wald in weniger als 20 Jahren vermutlich nicht mehr genug Regen für sich selbst erzeugen können
.
Daran hängt das Überleben indigener Gemeinschaften sowie Millionen von Tierarten.
Und - der Amazonas-Regenwald spielt eine zentrale Rolle für das Weltklima.

Aus: Greenpeace.de / Sandra Hieke

Glasverschmelzung, Floatglas, Metalle, Oxide, Gräser und Blätter


ZEHN MILLIARDEN
Gab es wirklich so viel Eis?   
 

Aufgrund der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Erwärmung der Ozeane wird davon ausgegangen, dass sich die Häufigkeit der Entstehung von Hurrikans erhöht.


2012 wurde New York vom Hurrikan „Sandy“ getroffen. Die damit verbundene Flutwelle führte zu Überschwemmungen und Stromausfällen. 20 Mill. Menschen waren betroffen.


Ein Meeresspiegelanstieg wird die Folgen eines Hurrikans verstärken.


Nick Reimer / Toralf Staud: Deutschland 2050. Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird.


Glasverschmelzung, Mischtechnik


ZEHN MILLIARDEN
Am goldenen Strand der Nordsee ... Dortmund 

           
Dortmund-City ca. 98m üNN – Do-Nord ca. 80m üNN – Münsterland ca. 53m üNN


Wenn die Weltbevölkerung bis 2050 auf 10 Milliarden Menschen wächst und wir nutzen die fossilen Energieträger immer intensiver und ohne Gegenmaßnahmen … lässt der daraus resultierende Temperaturanstieg das Arktische Eisschild bis 2050 schmelzen.


Im Antarktischen Eisschild ist so viel Wasser gefroren, dass bei seinem Auftauen der Meeresspiegel um 70 m steigen könnte.

Glasverschmelzung, Metalle, Oxide…



ZEHN MILLIARDEN
Bevölkerungswachstum

Wir Menschen traten als Spezies vor ungefähr 200.000 Jahren auf den Plan.


Noch vor 10.000 Jahren lebte ein Million Menschen auf der Erde.


Um 1800, vor gerade einmal 200 Jahren, war es eine Milliarde.


Vor 50 Jahren waren es drei Milliarden.


Jetzt sind wir mehr als sieben Milliarden.


Im Jahr 2050 werden Ihre Kinder oder die Kinder Ihrer Kinder zusammen mit mindestens neun Milliarden anderen Menschen auf diesem Planeten leben.


Irgendwann gegen Ende dieses Jahrhunderts werden wir mindestens zehn Milliarden sein…. (S. 17)


Egal, aus welchem Blickwinkel man die Sache betrachtet: Ein Planet mit zehn Milliarden Menschen wird der reinste Albtraum sein.


Was noch besorgniserregender ist: Schon heute liegt zwingendes Beweismaterial auf dem Tisch, dem zufolge ganze globale Ökosysteme nicht nur kippen können, sondern sich diesem Punkt bereits jetzt nähern. (S.156)


Wenn sich an der weltweiten Geburtenrate nichts ändert, dann sind wir am Ende dieses Jahrhunderts nicht zehn Milliarden.


Sondern 28 Milliarden. (S. 195)

Aus: Stephen Emmott: Zehn Milliarden, Suhrkamp Verlag Berlin, 2013


ZEHN MILLIARDEN
Ressourcenverbrauch

Die Anzahl der Autos, die seit der Erfindung dieses Fortbewegungsmittels insgesamt produziert wurden, liegt derzeit bei etwa 2,6 Milliarden. …


In den nächsten 40 Jahren werden voraussichtlich etwa vier Milliarden weitere Autos von den Bändern rollen.
Aus: Stephen Emmott: Zehn Milliarden, S. 92.


Die Menschheit hat die Ressourcen, welche die Natur in einem Jahr wiederherstellen kann, 2020 am 22. August verbraucht. Im vergangenen Jahr stand der Earth Overshoot Day noch am 29. Juli im Kalender. Dass der Aktionstag in diesem Jahr einige Wochen später stattfindet, ist eine Folge der Corona-Pandemie.


Die Organisation Global Footprint Network berechnet den Earth Overshoot Day mithilfe des Ökologischen Fußabdrucks. Dieser ist ein Indikator für den Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt. Denn die Ressourcen auf der Erde sind endlich: Wir stoßen beispielsweise mehr Kohlendioxid aus, als Wälder und Ozeane absorbieren können, fischen schneller als sich die Bestände erholen oder fällen mehr Bäume als nachwachsen.


… Noch 1987 fiel der Earth Overshoot Day auf den 19. Dezember. Durch das hohe Konsumniveau in Industrie- und Schwellenländern sowie das schnelle Bevölkerungswachstum ist der Tag im Kalender immer weiter nach vorne gerückt.
Der deutsche Overshoot Day war 2019 am 3. Mai. (f. 2020 Corona-bedingt nicht berechnetl).


Mehr als 3 Erden wären nötig, wenn die gesamte Weltbevölkerung auf dem hohen Konsumniveau von Deutschland leben würde.
Umweltbundesamt, 21.08.2020


ZEHN MILLIARDEN
Lebensmittelproduktion und -verbrauch

Eine wachsende Bevölkerung braucht mehr Wasser und mehr Nahrung.
Mehr Nahrung bedeutet mehr Anbauflächen, die Entwaldung wird beschleunigt.


Gleichzeitig muss mehr Nahrung transportiert werden.


All diese Faktoren beschleunigen den Anstieg des Energieverbrauchs.


Das wiederum führt zu einem immer höheren Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem von Kohlendioxid und Methan, was den Klimawandel weiter beschleunigt. (S. 45)


Gerade in diesem Zusammenhang müssen wir uns die Größenordnung noch einmal vor Augen führen: Der Bedarf an Nahrungsmitteln wird sich bis 2050 mindestens verdoppeln.


Insofern ist es kein Wunder, dass momentan im großen Stil „Land Grabbing“ stattfindet.


...Diese Organisationen kaufen sehr große Gebiete in verschiedenen Teilen der Welt auf, unter anderem im subsaharischen Afrika, in Asien und in Südamerika. Dort soll Holz gefällt, sollen Metalle, Mineralien, Seltene Erden und Phosphate aus der Erde geholt, Vieh gezüchtet oder Nutzpflanzen angebaut werden.
(S. 53)
Aus: Stephen Emmott: Zehn Milliarden, Suhrkamp Verlag Berlin, 2013


ZEHN MILLIARDEN
Klimaflüchtlinge

Die Länder, die „besser dran sind“, also zum Beispiel Großbritannien, die USA oder die Mehrzahl der Staaten auf dem europäischen Festland, werden sich vermutlich in militarisierte Zonen verwandeln. Sie werden ihre Grenzanlagen ausbauen, um das Eindringen von Millionen von Menschen zu verhindern, die ihre Heimat verlassen haben, weil diese nicht mehr genug Wasser und Nahrung bietet, weil sie von Konflikten um seltener werdende Rohstoffe heimgesucht wird oder weil sie schlichtweg nicht mehr bewohnbar ist.


Man wird diese Menschen „Klimaflüchtlinge“ nennen. An den Begriff sollten wir uns schon einmal gewöhnen.
Wer glaubt, dass die sich derzeit abzeichnende Situation nicht das erhebliche Risiko neuer Bürgerkriege und internationaler Konflikte in sich birgt, macht sich etwas vor.


Es ist kein Zufall, dass auf fast jeder wissenschaftlichen Klimakonferenz, die ich besuche, seit Neuestem Teilnehmer auftauchen, die man zuvor dort eher selten gesehen hat: Militärs.


Aus: Stephen Emmott: Zehn Milliarden, Suhrkamp Verlag Berlin, 2013, S.154 f.